Herausgegeben von Château Louis, dockzwoelf und Franz-Reinhard-Habbel.



 
EDITION 06 | 31. Juli 2020
Liebe Entscheider*innen,
Kommunen, die jetzt vorausschauend und entschlossen handeln und die richtigen Maßnahmen ergreifen, werden besser für die Zukunft gerüstet sein als andere. Jetzt gilt es die Weichen zu stellen und mit neuen Ideen Impulse zu setzen.
 
Mit unserem heutigen Newsletter möchten wir uns in die Sommerpause verabschieden und Ihnen noch einige Inspirationen mitgeben. Unter dem Motto „Neue Städte braucht das Land“ geht es um wesentliche Veränderungen, die in Städten und Gemeinden dringend notwendig sind, um zukunftsfähig zu bleiben. Unser aktueller Newsletter zeigt, dass es dabei nicht darum geht, Dinge ganz neu zu erfinden und zu ersetzen, sondern dass vor allem unser Blickwinkel von entscheidender Bedeutung ist. Wir sind aufgefordert eine andere Perspektive einzunehmen, das Bestehende neu zu bewerten und unsere Bedürfnisse und Verhaltensweisen zu hinterfragen. Auf diese Weise entstehen innovative und überraschende Lösungen, an die wir vorher vielleicht noch gar nicht gedacht haben.
 
Wir hoffen, dass Sie die Urlaubszeit auch für solche neuen Blicke und Perspektiven nutzen können – ob auf Reisen oder einfach Zuhause auf dem Balkon. Gelegenheit dazu gibt es ja fast überall.

Wir von Stadtklar sind eine Initiative der Kommunikations- und Markenagentur Château Louis, den digitalen Zukunftsgestaltern dockzwoelf und dem Autor und Mitherausgeber von Kommunal Franz-Reinhard Habbel und wir haben alle etwas gemein: Wir beschäftigen uns seit vielen Jahren mit Themen rund um Stadt und Kommune und sind Experten in verschiedenen Bereichen. Das betrifft den Umgang mit digitalen Anforderungen und Chancen, mit philosophischen, möglichst greifbaren Ansätzen, mit handfesten, praktischen Ideen und mit wirkungsvoller Kommunikation.

Mit unserem Newsletter möchten wir sowohl für Krisenzeiten als auch für die Zukunft Orientierung geben – mit Ideen und Inspirationen, die zum Handeln anregen. Es geht um neue Perspektiven und die positive Kraft der Veränderung.

Wir freuen uns, wenn wir Sie dabei unterstützen können.

Ihr Stadtklar-Team
Ludwig Silbermann, Detlev Bernhart, Fabian Kehle und Franz-Reinhard Habbel
 
STADTENTWICKLUNG
Besser Nahweh als Fernweh
Was hält den Menschen trotz zunehmender Einsamkeit und Entfremdung in der Stadt? Braucht es auch bei uns bald einen „Minister for Loneliness“ wie in England? Wie können Städte der zunehmenden Sehnsucht nach Verbindlichkeit und Verbundenheit begegnen? Einem spannenden Denkansatz geht dieser Artikel nach und fragt, wie in Zukunft das Fernweh durch das „Nahweh“ ersetzt werden kann.

Ausgehend davon, dass alle innovativen Vernetzungstechnologien weniger das Verweilen, als das Getriebensein fördern, wird der Wunsch nach einem „Leitbild vom Bleiben“ deutlich. Die Umgestaltung der Stadt setzt demnach beim Bewegungsdrang an. Es gilt, die Gesellschaft nicht weiter zu mobilisieren, sondern zum Bleiben zu motivieren – auch als wirksamen Schutz gegen Pandemien. Ein Weg, der hier genauer beleuchtet wird, ist die Qualität des Verweilens zu erhöhen – bezeichnet auch als „Architektur des Ankommens“. Ein spannendes Denkexperiment, das nicht nur unsere Gewohnheiten in Frage stellt, sondern auch zu einem geistigen Wandel auffordert.
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IDENTIFIKATION UND NACHHALTIGKEIT
Für jedes Baby einen Baum
Schöppenstedts Bekanntheit beruht vor allem auf der Figur des Till Eulenspiegels. Nun wartet die Stadt mit einer ungewöhnlichen Idee auf, die ihm bestimmt gefallen hätte. Die Stadt pflanzt den Eltern eines jeden neugeborenen Babys einen Baum in ihren Garten – natürlich nur, wenn sie das auch wollen. So leistet die Stadt nicht nur einen Beitrag für den Klimaschutz, sondern trägt auch auf sympathische Weise dazu bei, dass junge Menschen in der Stadt bleiben und sich wohl und wertgeschätzt fühlen.
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UMVERTEILUNG
Lebe, wo Du wohnst und arbeitest!
Draußen wohnen, drinnen arbeiten und einkaufen. In den meisten Städten dominieren immer noch diese beiden Nutzungsarten. So auch in Hamburg, wo die schleichende Verödung der Innenstädte den Einzelhandel bedroht und das Leben nach Büro- und Ladenschluss an Attraktivität verliert. Zurückzuführen ist dies unter anderem auf die „autogerechte“ Stadtplanung der Nachkriegszeit in der Wohnen und Arbeiten klar räumlich getrennt wurden, schmale Straßen zu Autopisten verbreitert und schöne Stadtplätze in funktionale Parkplätze verwandelt wurden. Durch Corona beschleunigt sich nun die Entwicklung: leere Geschäfte und Büros, aber knapper Wohnraum und volle Radwege. Warum also nicht einfach umverteilen? Thomas Krüger, Professor für Stadtplanung an der Hamburger HafenCity Universität sagt: „Die City wird in ihren klassischen Funktionen Einkaufen und Büronutzung an Bedeutung verlieren.“ Dafür könnte man ganz einfach wieder in der Stadt wohnen.

Auch das ist ein gangbarer Weg, um zukünftigen Krisen auch gesellschaftlich zu begegnen, denn eine Stadt mit kurzen Wegen stärkt die Quartiere und ihre Lebensqualität und macht sie anpassungsfähiger. Nachbarschaftliches Leben wird so überhaupt erst wieder möglich.
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INFRASTRUKTUR
Das verborgene Adersystem der Städte
Selbst wenn wir mit offenem Blick durch die Stadt gehen, bleibt uns vieles verborgen. Vor allem das, was das Leben in der Stadt überhaupt erst möglich macht, bekommen wir in der Regel gar nicht zu sehen. Dabei ist gerade dort Faszinierendes zu entdecken. Das ausgeklügelte System der infrastrukturellen Netze für Wasser, Abwasser, Strom und Gas öffnet einen überraschenden Blick und erzählt eine Menge über die Entwicklung der Stadt und ihrer Bevölkerung. Auch ihre Bedeutung für die Zukunft wird meist unterschätzt.

Dieser Appell, genauer hinzuschauen und Verborgenes zu entdecken, hat uns neugierig gemacht. Vielleicht lohnt sich auch für Sie ein Blick in den eigenen „Untergrund“. Das Bewusstsein und das Wissen darüber weckt bestimmt auch bei vielen Bürger*innen großes Interesse für das, was sie vor Ort am Leben hält.
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STADTBEPFLANZUNG
Blühende Wiesen fahren durch die Stadt
Wer hätte gedacht, dass unsere modernen Busse einmal dazu beitragen können, das Stadtbild zu verschönern und dabei auch noch vor dem gefürchteten Hitzekollaps schützen? Der Designer Marco Castro Cosio hatte diese unkonventionelle Idee für ein öffentliches Kunstprojekt in New York und schafft hier zusätzliche Flächen in überfüllten Metropolen voller Hochhäuser, in denen kaum noch Platz für Grünflächen ist.

Eine schöne Idee, die man auch ökonomisch nutzen könnte, indem man die fahrenden Blumenkästen entsprechend gestaltet und als ideale Werbeflächen für ökologische Themen anbietet. Klingt irgendwie paradox. Wir plädieren auf jeden Fall für den Einsatz von E-Bussen!
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STADTPLANUNG
„Gutes tun“ leichter machen
Eine gute Stadtplanung kann dazu beitragen, dass ein nachhaltiger Lebensstil nicht unbedingt mit Verzicht zu tun haben muss. „Wir müssten Städte schaffen, in denen der bequemste und einfachste Lebensstil auch der gesündeste und nachhaltigste ist“ meint Kristian Villadsen, Partner und Director beim renommierten dänischen Architekturbüro Gehl Architects. Auch der Versuch die scheinbar widersprüchlichen Anforderungen innerhalb einer Kommune in Einklang zu bringen kann neue, überraschende Stadtkonzepte hervorbringen, die früher noch utopisch erschienen. Höhere Lebensqualität, nachhaltigere Mobilitätskonzepte, mehr Raum für Begegnung und dabei gleichzeitig auch den Einzelhandel ankurbeln? Wie das gehen kann, verrät er in diesem Interview. Der wichtigste Satz lautet: „Wir brauchen Städte, in denen es leicht ist Gutes zu tun.“

Was könnte dieses „Gute“ in Ihrer Kommune sein? Welche Vereinfachungen wünschen sich die Bürger*innen und wie lässt sich damit gleichzeitig mehr Nachhaltigkeit erreichen? Um das herauszufinden sind Kommunikation, Motivation und Information ganz wesentlich Aspekte. Gerne unterstützen wir Sie auf dieser Suche.
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WOHNUNGSBAU
Der Balkon als Menschenrecht
Nicht alles, was wir in Zeiten von Corona brauchen, müssen wir neu erfinden. Manchmal lohnt sich der Blick in die Vergangenheit. So praktizierte schon das sog. „Neue Bauen“ der 1920er Jahre effizienten Infektionsschutz durch Architektur. Die Devise lautete: „Licht, Luft, Sonne“ – Regeln, die heute wieder ganz aktuell für unseren Alltag sind und durch größere Fenster und Durchzugsmöglichkeiten umgesetzt wurden. Der Prototyp eines gesunden Hauses besaß damals außerdem eine Terrasse oder einen Balkon. Nicht nur für Liegekuren im Freien, sondern auch, um soziale Kontakte zu Nachbarn aufrecht erhalten zu können. Der IBA-
Chef Andreas Hofer ist der Meinung: „Hätten wir heute mehr Häuser dieser Art, bräuchten wir weniger Altenheime.“
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FRANZ-REINHARD HABBEL EMPFIEHLT
Hinterm Deich wird alles gut
Drei Dörfer aus der Küstenregion von Nordfriesland gehören zu den ersten in Deutschland, die nach den Grundregeln der „Gemeinwohl-Ökonomie“ wirtschaften. Die Gemeinden Bordelum, Breklum und Klixbüll haben sich monatelang nach diesen Regeln bilanzieren lassen. Es geht um gesellschaftliche Werte, Kooperation und Nachhaltigkeit der Produkte, um ein gutes Leben für alle zu ermöglichen. Die drei Bürgermeister berichten in einem sehenswerten Film über ihre Aktivitäten. Damit setzen sie Maßstäbe für viele anderen Kommunen. Das Gemeinwohl ist die DNA der Städte und Gemeinden. In einer Welt, die sich immer schnell dreht, in der zentrifugale Kräfte die Gesellschaft auseinander treiben, ist dieser Wesenskern eine große Quelle des Wohlfühlens aber auch ständiger Erneuerung.
Eine schöne Filmidee für die Sommerpause.
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STADTKLAR ZUM NACHLESEN

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