Herausgegeben von Château Louis, dockzwoelf und Franz-Reinhard-Habbel.



 
EDITION 03 | 13. Juni 2020
Liebe Entscheider*innen,
Kommunen, die jetzt vorausschauend und entschlossen handeln und die richtigen Maßnahmen ergreifen, werden besser und schneller aus der Krise kommen und für die Post-Corona-Zeit gerüstet sein als andere. Gerade in der Zeit des Abstandhaltens ist Führung gefragt, die Handeln zeigt, Vertrauen und Gemeinsinn stärkt und Nähe spüren lässt. Die Bürger sollen erkennen, dass man als Kommune auf das eingeht, was sie bewegt, was ihnen Sorge macht und Mut und Zuversicht für die Zukunft gibt.  
 
Dazu bedarf es einer treffenden Analyse, einer klaren Vision, guter Ideen und Inspiration sowie handlungsgerechter Impulse. Sehr hilfreich dabei ist ein guter Überblick über das vergleichbare Geschehen rundum, mit gezielter Information über das, was andere schon gut machen und Erfolg verspricht. Und unverzichtbar ist ein realistischer und kreativer Blick in die Zukunft und auf gesellschaftliche Veränderungen, möglichst aus fundierter Quelle.   
  
Wir von Stadtklar sind eine Initiative der Kommunikations- und Markenagentur Château Louis, den digitalen Zukunftsgestaltern dockzwoelf und dem Autor und Mitherausgeber von Kommunal Franz-Reinhard Habbel und wir haben alle etwas gemein: Wir beschäftigen uns seit vielen Jahren mit Themen rund um Stadt und Kommune und sind Experten in verschiedenen Bereichen. Das betrifft den Umgang mit digitalen Anforderungen und Chancen, mit philosophischen, möglichst greifbaren Ansätzen, mit handfesten, praktischen Ideen und mit wirkungsvoller Kommunikation. 
 
Mit unserem Newsletter möchten wir sowohl für Krisenzeiten als auch für die Zukunft Orientierung geben – mit Ideen und Inspirationen, die zum Handeln anregen. Es geht um neue Perspektiven und die positive Kraft der Veränderung. 
 
Wir freuen uns, wenn wir Sie dabei unterstützen können.  
   
Ihr Stadtklar-Team  
Ludwig Silbermann, Detlev Bernhart, Fabian Kehle und Franz-Reinhard Habbel
 
SOZIALES ENGAGEMENT
Arnsberg unterstützt seine Talente: Lernen in der Schützenhalle
Wie schön, wenn alle mithelfen, wenn es ein Problem gibt! Das geschieht derzeit in Arnsberg. Das Problem ist die mangelnde Betreuung und die fehlenden Computer, damit Kinder in Zeiten von Homeschooling nicht abgehängt werden. Und Mithelfen tun hier viele: die örtlichen Schützenvereine, der Jägerverein, die Kirche und private Spender. Die Vereine stellen Räume zur Verfügung und die Spender ermöglichen den Kauf von digitaler Infrastruktur, sowie die Gewährleistung des Infektionsschutzes.

#Tapetenwechsel heißt das soziale Projekt des Vereins „Bildungsstadt Arnsberg“, bei dem Spenden in einer Crowdfunding-Aktion eingebracht werden können. Ein Projekt, das erkannt hat, dass man seine Talente nicht zurücklassen darf – auch, um die Zukunft der Stadt zu sichern. Man muss es nur tun!
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POST-CORONA-FESTIVAL
Stuttgart bleibt am Meer
Die beste Nachricht dieses Sommers in Stuttgart lautet: Ja, das Festival am Stadtpalais findet – trotz Corona – statt! Schon in den vergangenen zwei Jahren war „Stuttgart am Meer“ fester Bestandteil des sommerlichen Veranstaltungskalenders und ein wahrer Ort der Entspannung, Bewegung und Inspiration mitten in der Stadt. Ein Festival, bei dem es auch immer um die Grundsatzfrage geht: Wie wollen wir im urbanen Raum heute und in der Zukunft leben?

Festival und Corona? No way! Das Motto der diesjährigen Corona-Sonderedition „Kopf über Wasser“ lässt erahnen, wie sehr man sich freischwimmen musste, um neue Wege aufzutun, das Stadtpalais – auch mit Social Distancing – wieder zu einem Ort der Lebensfreude zu verwandeln. Dieses Beispiel zeigt uns, wie man mit viel Verstand und außergewöhnlichen Konzepten Unvorstellbares doch möglich machen kann.
Artikel Stuttgart am Meer →
Video Stuttgart am Meer →
 
KOMMUNALE UNTERSTÜTZUNG
Dringend benötigt: Unbürokratische Gastro-Hilfe
Seit 800 Jahre feiern die Nördlinger ein Volksfest, bei dem es ein ganz spezielles Bier gibt und eine ganz besondere Messwurst. Nicht auszudenken, dass dieses Vergnügen einmal ausfallen könnte! Das wäre dieses Jahr fast passiert, wenn nicht ortsansässige Gastronomen eine findige Idee gehabt und kurzerhand einen Sonderbiergarten direkt an der Stadtmauer eingerichtet hätten – auf einer Wiese, die die Stadt schnell und unkompliziert zur Verfügung gestellt hat. Eines ist sicher: Die Nördlinger werden ihrer Stadt auf ewig dankbar sein!

In der Krise muss man kreativ werden – nicht nur in Bayern. In mehreren Städten werden die Freischankflächen ausgeweitet, in Aschaffenburg hat eine Disko in ihren Räumen ein Pop-up-Restaurant eingerichtet. Mit neuen Ideen und unbürokratischer Unterstützung können die Verluste wenigstens ein bisschen abgefedert werden. Es gibt überall eine Reihe von Möglichkeiten, den schwer getroffenen Gastwirten zu helfen. Packen wir es an!
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KINDER IM FOKUS
Online-Umfrage: Kinder, wie geht's Euch?
Die Krise betrifft uns alle. Ganz besonders aber unsere Kinder. Kontaktbeschränkungen, Schul- und Kitaschließungen, Homeschooling. Sie waren eine der ersten Gruppen, die die Maßnahmen zu spüren bekamen. Wie ist es ihnen eigentlich bisher ergangen – so ohne Freunde, Lehrer*innen, Fußball, Gitarrenkurs und Hip Hop?

München will es genau wissen. Der Arbeitskreis Kinder- und Jugendbeteiligung führt derzeit dazu eine Online-Befragung durch. Sie soll die Stimmung der 9- bis 14-Jährigen erfassen, um herauszufinden, wo für die Kommunalpolitik Handlungsbedarf besteht.

Ein spannender Blick auf die Personengruppe, die unsere Zukunft bestimmt. Nur, wenn wir die Sorgen und Themen unserer Kinder und Jugend kennen und in unsere Politik mit einbeziehen, können wir ihnen auch gerecht werden. Eine Umfrage ist ein einfaches und relativ unkompliziertes Mittel, diese wertvollen Informationen zu generieren und daraus geeignete präventive Maßnahmen abzuleiten, damit manche Probleme erst gar nicht entstehen. Eine Investition, die sich definitiv lohnt!
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Zur Umfrage →
 
PARTICIPATORY CITY
Borough: A model of strong community
Ein wunderschönes Beispiel wie energiegeladen und voller Ideen ein Stadtteil vielfältige Projekte für mehr Lebensqualität auf die Beine stellen kann! Es braucht nur ein gemeinsames Ziel und einen gemeinsamen Spirit: Borough macht das in seinen Stadtteilen Barking und Dagenham vor. „We are creating social, economic and environmental resilience“ heißt der Plan, den sie als 5-Jahres-Projekt vor drei Jahren gestartet haben. Ein Projekt, das den Gemeinsinn stärkt und gerade darum für die Zukunft umso relevanter ist. Sehen Sie das überaus anschauliche Video und lassen Sie sich inspirieren!
Welcome to Borough →

Auch das Zukunftsinstitut liefert immer wieder die neuesten Trends und Ideen rund um Wohnen, Leben und Stadt. Nach der Corona-Krise geht es demnach um mehr als heimelige Trends wie Cocooning oder Hygge. „Wir werden uns in Zukunft nicht nur stärker auf jene Menschen konzentrieren, zu denen wir eine wirkliche und gute Beziehung haben, sondern auch die Dinge in unserem direkten Umfeld mehr respektieren und wertschätzen“ lautet eine der Erkenntnisse.
Wohnen nach Corona →
 
ZEITDOKUMENTATION
Corona-Ära: Die Kunst als Zeitzeugnis
Schon seit Urzeiten erfreuen sich Menschen an Kunst. Genau wie die Gesellschaft befindet sie sich in einem stetigen Wandel. Sie wird durch Veränderungen beeinflusst und sie verändert die Kultur. Auch die Corona-Ära inspiriert die Kunst und manifestiert die Veränderungen in der Gesellschaft. Mit der aktuellen Ausstellung „Unvergessliche Zeit“ will das Kunsthaus Bregenz der Corona-Pandemie und all ihren Begleiterscheinungen wie Isolation, Quarantäne und Maskenpflicht, ein Denkmal setzen.
Bregenz: Ausstellung Unvergessliche Zeit →

Auch Städte können daraus ein erinnerungswürdiges Gemeinschaftsprojekt machen und ihre Bürger mit einbeziehen. Das passiert gerade in Karlsruhe: Hier bitten das Stadtarchiv und Stadtmuseum um Unterstützung. Gesucht werden Fotos, Dokumente und insbesondere auch Objekte, die die Auswirkungen der Corona-Krise in der Stadt und auf die Menschen deutlich machen. Ein aufregendes Kapitel, das es wert ist festzuhalten.
Karlsruhe: Corona als Museumssammlung →
 
KOOPERATION
Starkes Wir-Gefühl im Ruhrgebiet
55 Mio. Menschen, 53 Städte, 1 Metropole. „Ruhr United“ heißt das großartige Projekt, bei dem sich alle zusammenschließen, um denen eine Bühne zu geben, die mit kreativen Ideen oder innovativen Lösungen auch in schwierigen Zeiten für gute Nachrichten sorgen – vom Traditionsunternehmen bis zum Start-up und den großen Fußball-Clubs des Reviers. Das Motto: Wenn wir im Revier zusammenhalten, können wir jede Krise meistern. Die Initiative „Hier ist das Wirgebiet“ macht hierfür Mut, sammelt Ideen und vernetzt Partner aus der Region.

Die Metropole Ruhr positioniert ihr Standortmarketing mit der Kampagne „Stadt der Städte“ neu und kommuniziert selbstbewusst die Stärke ihrer Standortfaktoren. Die Netzwerke aus Handel, Industrie, Dienstleistung, Bildung und Wissenschaft bieten dafür die ideale Basis. Mehr Grünflächen, intelligente Verkehrskonzepte, umweltgerechter Stadtumbau – für eine bessere Lebensqualität.

Kräfte bündeln, gemeinsame Ziele setzen und Synergien nutzen. Eine kluge Strategie, die schon oft zu Erfolg geführt hat!
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POST-CORONA-TOURISMUS
Pop-up-Camps: Urlaub in Deutschland
Viele Deutsche werden dieses Jahr ihren Urlaub im eigenen Land verbringen. Die heißbegehrten Orte am Meer sind deshalb schon längst ausgebucht und man kann davon ausgehen, dass es an den touristischen Hot-Spots schwer sein wird, die Abstandsregelungen einzuhalten. Am besten wäre also eine Reise mit dem Camper an weniger bekannte Plätze, die auch etwas zu bieten haben. Aber wohin und wo das Wohnmobil abstellen?

Dafür gibt es jetzt eine gute Lösung: Pop-up-Camps. Städte, Gemeinden und Privatleute stellen Stellflächen zur Verfügung und ein Portal verwaltet sie. Eine Art Airbnb für Camper.

Gute Idee und mit ein bisschen Phantasie und guten Konzepten, könnte hier so manche attraktive Stadt zu einem touristischen Reiseziel werden. Am besten schnell über freie Flächen nachdenken und ins Portal eintragen. Ein attraktives individuelles Paket mit Freizeittipps und originellen Aktionen in der Umgebung für die Familie, Maps für Fahrrad- und Wanderwege, Museen etc. sind schnell gestrickt. Eine schöne Aufgabe für das Stadtmarketing!
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FRANZ-RHEINHARD-HABBEL EMPFIEHLT
Ruhrfestspiele 2020 – Inside Out Project
In Zeiten der Veränderung spielt Kultur eine zentrale Rolle. Sie öffnet den Blick nach vorn ins Unbekannte, schaut hinter den Horizont, lässt Neues entstehen, stellt Fragen und gibt Menschen Halt und Orientierung. Eine bemerkenswerte Idee wurde jetzt in Recklinghausen umgesetzt.
Für den Zeitraum der ausfallenden Festspiele wurde das partizipative „Inside Out Project“ präsentiert. Das internationale Projekt wurde von dem französischen Fotografen JR, einem der gefragtesten Gegenwartskünstler der Welt, initiiert und hat weltweit bereits über 360.000 Porträts in 142 verschiedenen Ländern hervorgebracht. Hunderte von Menschen stellten ihre Porträts in einer Fotogalerie aus. Lebensgroße Bilder strahlen förmlich von innen nach außen und zeigen uns, dass Städte aus Menschen bestehen. Das ist wunderbar. Ihre Vielfalt ist ein großer Schatz.
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STADTKLAR ZUM NACHLESEN

EDITION 01 | 07. Mai 2020 | Mehr →
EDITION 02 | 30. Mai 2020 | Mehr →
  
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