Herausgegeben von Château Louis, dockzwoelf und Franz-Reinhard-Habbel.



 
EDITION 02 | 29. Mai 2020
Liebe Entscheider*innen,
Kommunen, die jetzt vorausschauend und entschlossen handeln und die richtigen Maßnahmen ergreifen, werden besser und schneller aus der Krise kommen und für die Post-Corona-Zeit gerüstet sein als andere. Gerade in der Zeit des Abstandhaltens ist Führung gefragt, die Handeln zeigt, Vertrauen und Gemeinsinn stärkt und Nähe spüren lässt. Die Bürger sollen erkennen, dass man als Kommune auf das eingeht, was sie bewegt, was ihnen Sorge macht und Mut und Zuversicht für die Zukunft gibt.  
 
Dazu bedarf es einer treffenden Analyse, einer klaren Vision, guter Ideen und Inspiration sowie handlungsgerechter Impulse. Sehr hilfreich dabei ist ein guter Überblick über das vergleichbare Geschehen rundum, mit gezielter Information über das, was andere schon gut machen und Erfolg verspricht. Und unverzichtbar ist ein realistischer und kreativer Blick in die Zukunft und auf gesellschaftliche Veränderungen, möglichst aus fundierter Quelle.   
  
Wir von Stadtklar sind eine Initiative der Kommunikations- und Markenagentur Château Louis, den digitalen Zukunftsgestaltern dockzwoelf und dem Autor und Mitherausgeber von Kommunal Franz-Reinhard Habbel und wir haben alle etwas gemein: Wir beschäftigen uns seit vielen Jahren mit Themen rund um Stadt und Kommune und sind Experten in verschiedenen Bereichen. Das betrifft den Umgang mit digitalen Anforderungen und Chancen, mit philosophischen, möglichst greifbaren Ansätzen, mit handfesten, praktischen Ideen und mit wirkungsvoller Kommunikation. 
 
Mit unserem Newsletter möchten wir sowohl für Krisenzeiten als auch für die Zukunft Orientierung geben – mit Ideen und Inspirationen, die zum Handeln anregen. Es geht um neue Perspektiven und die positive Kraft der Veränderung. 
 
Wir freuen uns, wenn wir Sie dabei unterstützen können.  
   
Ihr Stadtklar-Team  
Ludwig Silbermann, Detlev Bernhart, Fabian Kehle und Franz-Reinhard Habbel
 
ZUKUNFTSGESTALTUNG
Die Stadt von morgen
Lebensqualität wird zum Schlüsselfaktor und Garant für eine ökonomische, ökologische und soziale Stadt-Stabilität. Neue Umwelttechnologien, energieeffiziente Lösungen und zunehmende Digitalisierung tragen erheblich zur Verbesserung des Stadtlebens bei. Wie wollen wir in Zukunft leben? Nirgends manifestiert sich die Wandlungs- und Handlungsfähigkeit einer Gesellschaft so, wie im gebauten Zukunftsraum Stadt.

Wer und was wollen wir also sein? Und wie können wir das erreichen? Hier ist zunächst Basisarbeit angesagt, die ihre Bürger*innen mit einbezieht und die Grundlage für zukünftige Strategien liefert.
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KUNST IM ÖFFENTLICHEN RAUM
Kunst im Vorbeigehen
Was kann man für die Kunst in Zeiten von Social Distancing tun, wenn man keine Lust mehr auf virtuelle Rundgänge hat? Sich konzentrieren auf das, was im öffentlichen Raum zugänglich ist – Öffentliche Kunst. Und davon gibt es in Zürich eine ganze Menge. Sie ist ein wichtiger Bestandteil des urbanen Lebensgefühls. An jeder Ecke kann man hier von barock bis modern richtig gutes Zeugs entdecken, allerdings haben die meisten, die jeden Tag daran vorbeigehen, keine Vorstellung, um was es sich genau handelt und welche Geschichten hinter den Werken stecken. Das hat sich jetzt geändert. Mit einer Social Media Aktion macht Zürich auf diese Schätze aufmerksam, erzählt ihre Stories und animiert die Bürger*innen auf Entdeckungstour zu gehen und ihre Stadt ein bisschen besser kennenzulernen.

Eine wertvolle Aktion wie wir finden. Ganz einfach, leicht zugänglich und ein gelungener Beitrag zur Identitätsbildung einer Stadt. Auch ohne Social Distancing hat diese Idee auf jeden Fall Bestand.
Kultur Zürich: Kunst im öffentlichen Raum →
KiöR Videos auf Facebook →
 
RECHTSGRUNDLAGE FÜR NEUE RADWEGE
So geht's: Und fertig ist der Radweg!
In aller Welt machen zurzeit sogenannte „Pop Up Bike Lanes“ oder im Behördendeutsch „Temporäre Radverkehrsanlagen“ ihrem Namen alle Ehre: Sie sprießen nur so aus dem Asphalt. Wo gestern noch eine Autospur war, ist heute ein Fahrradweg. „Städte, die jetzt die Chance nutzen und Straßen für Fußgänger*innen und Radler attraktiver machen, werden gestärkt aus der Corona-Krise hervorgehen“, weiß der Mann, der innerhalb eines Monats in Friedrichshain-Kreuzberg etwas vollbringt, was ansonsten in Berlin Jahre dauert: Felix Weissbruch.

Es ist nicht das Virus, das hier Verkehrspolitik gemacht hat – es ist die Berliner Verwaltung, die das Instrument der straßenverkehrsrechtlichen Anordnung zum richtigen Zeitpunkt anzuwenden wusste. Gut, wenn Chancen auch im richtigen Moment genutzt werden!
Ein Virus macht Verkehrspolitik →
Der Mann hinter den Pop-up-Radwegen →
 
(R)EVOLUTION
Spannendes Experiment: Eco-City Wünsdorf
Wie werden wir zukunftsfähig – auf lokaler, regionaler und globaler Ebene? Die Initiative zur Campus-Stadt und Eco-City Wünsdorf erforscht diese Frage und entwickelt Antworten. Das Projekt versteht sich als konkreter Schritt zu einer grundlegenden Neuorientierung der Stadtentwicklung und ist gleichzeitig als praktischer Beitrag für eine nachhaltige Zukunft, die jetzt beginnt, konzipiert. “Wir brauchen solche Städte überall auf der Welt“, sagt der promovierte Architekt Ekhart Hahn, „deshalb ist die Akademie so wichtig. Sie trägt erprobte Lösungsmodelle von Wünsdorf aus in die Welt und Menschen aus der Welt tragen wichtige Ideen und Impulse in die Eco-City."

Im nächsten Jahr finden sowohl vor Ort in Wünsdorf, als auch an verschiedenen Orten in Berlin Vorträge statt, in denen die Idee des Projekts vorgestellt wird. Hochspannend und voller hilfreicher Erkenntnisse!
Die Stadt(r)evolution →
Eco-City Wünsdorf →
 
KRISENKULTUR
Typisch Berlin – Guerilla-Bühne auf dem Wasser
Berlin ohne Kultur ist undenkbar. Fast alle Bühnen, auf denen sonst rund um die Uhr Programm läuft, sind wegen Corona geschlossen. Das hat die kreative Protestgruppe „Einfach So“ inspiriert, um einfach so eine Guerilla-Bühne zur freien Bespielung auf dem Kreuzberger Landwehrkanal zu installieren. Die Plattform kann von jedem genutzt werden – ob für Konzerte, Lesungen oder Theater – aber natürlich mit Abstand. Zu erreichen ist die „Isolation Island“ mit dem Schlauchboot, zugeschaut oder -gehört kann vom Wasser oder Ufer aus. Bekannt wurde die Gruppe vor zwei Jahren mit Aktionen für mehr Spaß im öffentlichen Raum. Dafür haben sie im Sommer mitten in Berlin einfach so 30 Guerilla-Schaukeln aufgehängt. Berlin hat einfach (so) Kultur.

Solche Aktionen sind attraktiv und erzielen eine hohe Aufmerksamkeit. Kultur einen Raum geben, heißt nicht nur in Krisenzeiten, Städte lebendiger, moderner und begehrenswerter zu machen. Wir sind überzeugt, dass jeder Ort etwas Besonderes zu bieten hat für spannende Ideen.
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BÜRGER*INNENBETEILIGUNG
Our data, our Cities
Schnell noch was bei Amazon bestellen, einen Kommentar abgeben, sich hier und da anmelden und kurz etwas posten... inzwischen gehört das zu unserem ganz normalen Alltag und überall hinterlassen wir unsere Datenspuren. Von den riesigen Datenmengen profitieren insbesondere ein paar Giganten, um sie kommerziell zu nutzen. Kein Wunder, dass viele Menschen befürchten, die Kontrolle über ihre persönlichen Daten zu verlieren und das Vertrauen in einen sorgfältigen Umgang mit persönlichen Daten geschwächt ist. Dabei bieten Daten ein riesiges Potenzial für Erkenntnisse, die der gesamten Gesellschaft in positiver Weise zugute kommen können – unter der Voraussetzung, dass die Bürger*innen selbst bestimmen, was sie preisgeben und was nicht und die Daten maximal geschützt werden.

Damit beschäftigt sich das Projekt Decode, das als Pilot in Amsterdam und Barcelona durchgeführt wurde. Inzwischen sind bereits 60+ Städte beteiligt, sowohl aus Deutschland als auch international. Städte und Kommunen haben große Aufgaben vor sich. Es geht um die Transformation zu ökologischer Wirtschaft, Konnektivität, die digitale Gesellschaft und partizipative Demokratie. Decode hat Toolkits entwickelt, die zur Einbettung bereitstehen, mit dem Ziel, dass sich möglichst viele Städte und Gemeinden anschließen. Dabei werden digitale Technologien auf zentrale gesellschaftliche Herausforderungen ausgerichtet. Die notwendigen Daten, um die Angebote fortlaufend verbessern zu können, liefern die Bürger auf freiwilliger Basis und bei voller Datensouveränität. „Wir glauben, dass Menschen die Wahl haben sollten, was mit ihrer digitalen Identität passiert, wer ihre Daten online verwendet und für welche Zwecke.“ meint Francesca Bria, die das Projekt leitet und nicht umsonst „Robin Hood“ aus Barcelona genannt wird. Der Talk ist in Englisch. Über die Video-Einstellungen können Untertitel in Deutsch eingeblendet werden.

Auch für die Zukunft kleinerer Städte ist diese Art der Bürger*innenbeteiligung wesentlich.
Talk Francesca Bria – Our Data, our Cities →
Projekt Decode →
 
KLEINE FEINE IDEEN
Grüße, die nach Venedig klingen
Sie erhalten eine Postkarte, dann schließen Sie die Augen und hören die Kirchenglocken von Venedig, spielende Kinder auf dem Pausenhof, Gondeln im Wasser... Nein, Sie träumen nicht – es ist real. Mit einer Idee von Andrea Liberovici: Acoustic Postcards.

Gibt es in Ihrer Stadt auch besondere Klänge und spezielle Geräuscherlebnisse? Wie wäre es, wenn die Bürger*innen Ihrer Stadt mithelfen würden, den Sound Ihrer Gemeinde einzufangen? Vielleicht als Teil einer Stadtkampagne?
Accoustic Postcards Venice →
Andrea Liberovici – Transdisciplinary Composer →
 
CHATEAU LOUIS EMPFIEHLT
Loßburg wird Marke – so geht's!
Es geht der Gemeinde Loßburg darum, seine Bürger zu integrieren, zu interessieren und sie spüren und erleben zu lassen, dass sich die Stadt etwas ganz Besonderes vorgenommen hat. Und zwar eine wettbewerbsgerechte Zukunftsgestaltung im Interesse aller Bürger*innen für eine bessere Lebensqualität.

Die Gemeinde beschloss 2019 den neuen Markenauftritt anzugehen, als wichtigen Baustein zur Zukunftsgestaltung von Loßburg. Als begleitenden, beratenden und konzeptionellen Partner wurde Château Louis Strategische Markenführung und Kommunikation mit seinem Schwerpunkt auf Städte und Kommunen ausgewählt. Der Prozess der Neuausrichtung des Markenauftritts erfolgt über mehrere Stufen. Den ersten Part bildete ein Workshop mit Vertretern aus Kommunalpolitik und Wirtschaft. Den zweiten eine Online-Bürgerbefragung. Die gewonnenen Erkenntnisse dienen als strategische Grundlage für die Positionierung und Entwicklung der Marken- und Kommunikationsstrategie. Entscheidend für den Erfolg ist, dass der gesamte Prozess mit einer speziell dafür konzipierten Werbekampagne begleitet wird mit dem Ziel, die Bürger*innen von Anfang an mit ins Boot zu holen und zu motivieren, sich zahlreich in der Befragung einzubringen.

Loßburg hat verstanden, dass Stadtgestaltung nicht im Alleingang geht, sondern nur gemeinsam mit seinen Bürger*innen funktioniert. Das ist die Zukunft.
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FRANZ-REINHARD HABBEL EMPFIEHLT
Erbe erhalten – Zukunft gestalten: der UNESCO-Welterbetag
Leben bedeutet Nähe. Gewissermaßen hautnah spüren wir dies gerade in der Corona-Krise. Social Distancing begrenzt die Nähe der Menschen, zeigt uns auf, wie wichtig in Kulturen Begegnungen, Berührungen und Blicke sind. Leben bedeutet neben Gegenwart auch Vergangenheit und Zukunft. Wir sind Teil eines Werdegangs, eines Zeitintervalls. Wie nah können wir an das Vergangene heranrücken, wie finden wir Zugang zur Zukunft, die immer schneller zur Gegenwart wird?

Nähe hat aber nicht nur einen Zeit-, sondern auch einen Raumbezug. Am 7. Juni 2020 feiern wir den UNESCO-Welterbetag. Er findet erstmals digital statt. Viele der 46 Welterbestätten in Deutschland beteiligen sich daran. Es ist ein Experiment. Es gibt virtuelle Spaziergänge, Interviews mit Experten und Bastelanleitungen für Kinder. Holen wir für einen Augenblick die Vergangenheit in die Gegenwart zurück, nicht nach dem Motto „Früher war alles schöner“, sondern in dem Sinne, das Erbe zu erhalten, aus Geschichte Verantwortung in der Welt für das Heute und Morgen zu übernehmen. Das Leben ist allumfassend, es betrifft Natur, Mensch und Tier gemeinsam, eben die gesamte Vielfalt der Welt.
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STADTKLAR ZUM NACHLESEN

EDITION 01 | 07. Mai 2020 | Mehr →
  
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