Herausgegeben von Château Louis, dockzwoelf und Franz-Reinhard-Habbel.
  





 
EDITION 01 | 07. Mai 2020
Liebe Entscheider*innen,
Kommunen, die jetzt vorausschauend und entschlossen handeln und die richtigen Maßnahmen ergreifen, werden besser und schneller aus der Krise kommen und für die Post-Corona-Zeit gerüstet sein als andere. Gerade in der Zeit des Abstandhaltens ist Führung gefragt, die Handeln zeigt, Vertrauen und Gemeinsinn stärkt und Nähe spüren lässt. Die Bürger sollen erkennen, dass man als Kommune auf das eingeht, was sie bewegt, was ihnen Sorge macht und Mut und Zuversicht für die Zukunft gibt.  
 
Dazu bedarf es einer treffenden Analyse, einer klaren Vision, guter Ideen und Inspiration sowie handlungsgerechter Impulse. Sehr hilfreich dabei ist ein guter Überblick über das vergleichbare Geschehen rundum, mit gezielter Information über das, was andere schon gut machen und Erfolg verspricht. Und unverzichtbar ist ein realistischer und kreativer Blick in die Zukunft und auf gesellschaftliche Veränderungen, möglichst aus fundierter Quelle.   
  
Wir von Stadtklar sind eine Initiative der Kommunikations- und Markenagentur Château Louis, den digitalen Zukunftsgestaltern dockzwoelf und dem Autor und Mitherausgeber von Kommunal Franz-Reinhard Habbel und wir haben alle etwas gemein: Wir beschäftigen uns seit vielen Jahren mit Themen rund um Stadt und Kommune und sind Experten in verschiedenen Bereichen. Das betrifft den Umgang mit digitalen Anforderungen und Chancen, mit philosophischen, möglichst greifbaren Ansätzen, mit handfesten, praktischen Ideen und mit wirkungsvoller Kommunikation. 
 
Mit unserem Newsletter möchten wir sowohl für Krisenzeiten als auch für die Zukunft Orientierung geben – mit Ideen und Inspirationen, die zum Handeln anregen. Es geht um neue Perspektiven und die positive Kraft der Veränderung. 
 
Wir freuen uns, wenn wir Sie dabei unterstützen können.  
   
Ihr Stadtklar-Team  
Ludwig Silbermann, Detlev Bernhart, Fabian Kehle und Franz-Reinhard Habbel
 
UNBÜROKRATISCHE UNTERSTÜTZUNG
Mehr Platz für Straßencafés
Ab dieser Woche dürfen in vielen Ländern die Straßencafés wieder öffnen. Das ist eine tolle Botschaft für die Gastronomie, aber die entsprechenden Coronabedingungen und den Mindestabstand einzuhalten, ist wahrlich schwer. Dafür benötigen viele einfach mehr Platz.

Litauen, bekannt als einer der Vorreiter der Digitalisierung hat bewiesen, dass das Land auch für analoge Themen wirkungsvolle Ideen hat. Der Bürgermeister von Vilnius hat kurzerhand fast alle öffentlichen Plätze und Räume für Strassencafés freigegeben und verwandelt die gesamte Stadt in ein einziges Open-Air-Café. Schön, dass dieses unbürokratische Vorgehen auch von anderen gesehen wird und inzwischen Nachahmer findet. Berlin prüft derzeit Gastronomieflächen auf Straßen und Parkplätzen und Bern prescht ebenfalls voran und will mehr Platz für Gartenbeizen schaffen. Zudem bewilligt die Stadt gleich zwei neue Pop-Up-Bars. Die Gastronomie kann dank solcher Ideen hoffentlich bald wieder etwas aufatmen!
Litauen →

Berlin →

Bern →
 
TOURISMUSMARKETING
Visit Faroe Islands: Große Ideen, kleines Budget, viel Wirkung
Die Färöer Inseln sind eines der kleinsten Länder der Welt. Es war so unbekannt, dass noch nicht einmal Google Street View die Insel besuchte. Das war 2016. Die Insulaner wollten das ändern und starteten eine tierisch gute PR-Kampagne und haben damit jede Menge Preise abgeräumt und seitdem unzählige Touristen begrüßt.

Mit Google Street View kann man nicht nur gut erschlossenene Orte virtuell besuchen. Inzwischen haben Kamera-Autos, -Schlitten und -Wanderer auch an weit entlegenen Orten der Welt gefilmt. Hier entstand die erste Idee: Wer könnte uns auf den Färöer-Inseln die Schönheiten der Landschaft besser näherbringen als unsere Schafe? Sheep View statt Street View und Google kam daraufhin dann doch noch vorbei.

Tolles Land, tolle Menschen und dank guter Ideen heute ein beliebtes Reiseziel. Ein gutes Beispiel wie man auch mit einem kleinen Budget eine unglaublich große Aufmerksamkeit erreichen kann. Solche außergewöhnlichen Ideen stecken nicht nur in den Färöer Inseln, selbst in "ganz normalen" Kleinstädten findet man etwas ganz Besonderes.
Faroe Islands Sheepview 

The full story →

Kennenlernen auf Färöer Art zeigt uns diese einzigartige Aktion: Nicht mit Google Translate - nein, mit Faroe Translate!
Faroe Islands Translate →

The Faroe Islands foreign press →
 
STADTMARKETING
Vorfreude wecken: Schwerin macht's vor!
Schwerin baut vor und macht sich attraktiv für die Urlaubszeit. Wenn die klassischen Reiseziele im Ausland wegfallen, werden wir uns endlich auch einmal im eigenen Land genauer umschauen. Schwerin lädt mit seiner aktuellen Kampagne #schwerininspiriert zu einer virtuellen Reise ein und weckt viral schon einmal die Vorfreude auf eine Schwerin-Städtereise. Ein origineller Blumengruß – ganz old-school per Post – rundet die Aktion frühlingsgemäß ab und sammelt Sympathiepunkte. Wer jetzt sät, wird später ernten. Insgesamt eine gelungene Initiative. Nicht sehr laut, aber herzlich.

Mit wirkungsvollen Aktionen kann man Neugier wecken, neue Zielkunden für sich erschließen und an sich binden - es muss ja nicht immer Berlin oder Hamburg sein!

Wir meinen, dass sich Kommunen, für die Tourismus eine wichtige Rolle spielt, aktuell stärker auf Touristen aus ihrer Region fokussieren sollten, da angesichts der weltweiten Krise die bisherigen beliebten Reiseziele voraussichtlich gänzlich wegfallen und auch ein zukünftig verändertes und nachhaltigeres Reiseverhalten zu erwarten ist.
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KRISENKOMMUNIKATION
Freiburg goes Facebook
Ein Bürgermeister leitet die Gemeindeverwaltung und ist Ansprechpartner für die Bürger. Seit Corona kommuniziert er auch verstärkt via Social Media und insbesondere Facebook – und das kommt bei den Bürgern richtig gut an. Einer von ihnen, Martin Horn aus Freiburg im Breisgau macht das geradezu vorbildlich. Mit täglichen Informationen per Videobotschaft an seine Bürger klärt er während der Corona-Krise auf, nimmt Ängste und schafft Verbindung und Gemeinsinn. Auch unterstützt er mit gezielten Aktionen einzelne Institutionen. Ein gelungener Auftritt.

Nicht jeder weiß, wie man sich vor der Kamera authentisch zeigt und wie man es schafft, eine gute Verbindung herzustellen. Das ist keine Frage des Talents, sondern eine der richtigen Kommunikation, der Themen und Ideen, die zu der eigenen Stadt und Kommune passen. Mit einem maßgeschneiderten Konzept, kann man hier sehr viel Nähe und Vertrauen aufbauen und derzeit Krisenkompetenz demonstrieren und die Identifikation der Menschen mit Ihrer Stadt stärken. Ganz easy.
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SYMPATHIEPUNKTE
In Aachen singt die Feuerwehr
Außergewöhnliche Einsätze fahren die Feuerwehrmänner in Aachen. Mit einer tollen Idee haben die Feuerwehr und Polizei Aachen das Projekt "mit Herz und für's Herz" ins Leben gerufen und seitdem geht in dieser Stadt "immer wieder die Sonne auf". Die gerührten Bürger sind stolz auf die Initiatoren und freuen sich über die emotionale Ansprache, die ganz einfach sagt: Wir sind bei Euch, ihr seid nicht allein und wir schaffen das! Respekt.

Zu dieser einfachen und wirkungsvollen Idee, die den Menschen aus der Seele spricht, braucht es auch Mut und Engagement, das in Aachen sicherlich belohnt wird.

Es gibt viele Möglichkeiten, wie Sie diese Art der Aktion auch für Ihre Stadt nutzen könnten.
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PERSPEKTIVE FÜR MORGEN
Von der Corona-Krise zur nachhaltigen Wirtschaft
Was zukunftsorientierte Politik, national oder regional, jetzt leisten muss. In der aktuellen Diskussion begegnet einem, neben den Protagonisten, die zugunsten des Konjunkturaufschwungs eine klimapolitische Atempause vorschlagen, auch eine Haltung aus ökologisch orientierten Kreisen, die eher hoffnungsvoll ist. Viele glauben, dass in der Corona-Krise für eine Politik der Zukunftsfähigkeit auch große Chancen liegen. Wahr ist aber auch, dass es keinen Automatismus gibt, der Nachhaltigkeit hervorbringt.

In einem Gastbeitrag in agora42 reflektiert Reinhard Loske die Perspektiven der Politik in der Zeit danach. Das reicht von Evidenzbasierung und Handlungskonsequenz in der Nachhaltigkeitspolitik bis hin zu globaler Zusammenarbeit und Verantwortung. Bereits auf kommunaler Ebene können hier Weichen gestellt werden.

agora42 ist ein Magazin, das sich mit wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und ethischen Zusammenhängen beschäftigt und neue Perspektiven aufzeigt und rät, jetzt schon an die Zeit danach zu denken und die großen Ziele nicht aus den Augen zu verlieren.
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FRANZ-REINHARD HABBEL EMPFIEHLT
Rettet den Einzelhandel
Die Attraktivität einer Stadt hängt in hohem Maße davon ab, welche Geschäfte sie beleben. Das Coronavirus hat den stationären Einzelhandel in eine tiefe Krise gestürzt. 50.000 Läden und Geschäften droht das Aus. Der stationäre Handel vor Ort hat neben seiner ökonomischen Funktion eine wichtige Rolle in der Belebung der Innenstädte. Menschen kommen zusammen, treffen sich, tauschen sich aus. Kurzum: Sie kommunizieren auf Straßen, Wegen und Plätzen, in Geschäften und damit im öffentlichen Raum. Stadt ist auch Gemeinschaft. Gemeinschaft schafft Gemeinsinn und damit Identität und Lebensfreude. All das darf nicht verloren gehen.

Kunden werden neue Bedürfnisse entwickeln, sie werden aber auch das Einkaufserlebnis vor Ort neu zu schätzen lernen und es gilt, bereits jetzt zu reagieren – mit guter Kommunikation und neuen Konzepten. Doch wie können Städte und Kommunen ihren Einzelhandel unterstützen? Mit geeigneten Plattformen, städtischen Lieferdiensten, an die Bürger gerichteter Kommunikation, die den Gemeinsinn stärkt und die eigenen Läden unterstützt, mit Stadtkarten mit Bonusfunktion u.v.m. Es gibt eine Menge, was man hier zeitnah und mit kleinem Budget tun kann und aus den individuellen Gegebenheiten einer Stadt heraus wirkungsvoll entwickeln kann.

Hier einige Ideen und Anregungen. Das könnten Städte auch anbieten:
Retail isn’t dead  →

Kreative Wege aus der Corona-Krise →

Lokalkauf →

Be Local Hero →